Das MEGermanische Leben auf Bayerische Art: ein eingedeutschter Skandinavist

Vor zwei Wochen war es soweit, ich habe meinen elften Monat als Franzose auf bayerischem Boden in München gefeiert. Der Zufall hat es so gewollt, dass ich an einem gewissen 6.Juni 2014 in Bayern lande. Damals, war ich in München um mich zu beweisen, um mein Pflichtpraktikum für das erste Masterjahr des MEGEN zu absolvieren und meine Deutschkenntnisse zu verbessern, die ich schon viel zu lange vernachlässigt hatte, seit dem Beginn meines Studiums. Zunächst als kurze berufliche Erfahrung für drei Monate im Ausland gedacht, wurde daraus schnell eine Liebesgeschichte. Der Beweis dafür: ich arbeite heute noch immer in München, studiere weiterhin den Master MEGEN im Fernstudium und besuche die Kurse des Instituts der Nordischen Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Vor meinem Aufenthalt in Bayern war mein Bezug zu Deutschland eher beschränkt, denn ich hatte mich dazu entschieden, mein Studium Schweden und der schwedischen Sprache zu widmen. Dennoch habe ich in Bayern eine unvergleichliche Lebensqualität und Traditionen gefunden, die aus mir den Liebhaber gemacht haben, der ich heute bin.
landtag für megen blogpost

(Bayerischer Landtag. Das Foto entstand im August 2013.)

Landeshauptstadt München

 

Zu allererst lässt sich sagen, dass München alles bietet. Von der Kultur mit den zahlreichen Museen und Festen, über die Natur mit den vielen Grünflächen und dem Englischen Garten, bis hin zur unvergleichlichen Aufgeschlossenheit, bedingt durch die Vielfalt und die Geselligkeit der Einwohner. Anders als das Cliché des Bayern mit Lederhose vom Land vermuten lässt, ist die Region vielseitig und pulsierend und bietet auch noch richtige berufliche Gelegenheiten.

Die Theater und die Stücke, die dort gespielt werden, genauso wie die Museen und die Ausstellungen, die in München jedes Jahr gezeigt werden, sind quasi nicht zählbar. Die Stadt ist besonders für seine Sammlungen antiker und klassischer Kunst bekannt: es sind vor allem die Alte Pinakothek, die Neue Pinakothek und die Pinakothek der Moderne zu erwähnen, die zu dritt einen Großteil dieser Sammlungen umfassen.

Das Residenztheater, die Münchner Kammerspiele und das Münchner Volkstheater, sind die Orte, an denen die bekanntesten Stücke gespielt werden. Im Residenztheater konnte ich neulich übrigens (am 14.März 2015 um genau zu sein) eine Darstellung in deutscher Sprache des Peer Gynt von Henrik Ibsen anschauen.

Traditionsgemäß…Kultur und berufliches Leben in Bayern

 

Wie Heinrich Heine schon schrieb: „Zwischen Kunst und Bier ist München wie ein Dorf zwischen Hügeln hingelagert“. Bier ist ein Teil der Kultur und der Bräuche, ob man es möchte oder nicht. Oft bieten die traditionellen Feste bei einer Maß Bier (1 Liter) die Gelegenheit, das wahre Bayern und seine Toleranz kennenzulernen. Egal ob dunkel oder hell, die Maß wird meistens von den kulinarischen Spezialitäten Bayerns begleitet: die berühmte Brezn, eine Weißwurst oder aber Schweinshaxn, oder Hirschgulasch. (Übrigens hat Letzteres ungarische Wurzeln.)

Manchmal sind es diese Momente der Geselligkeit, in denen sich berufliche Chancen zeigen, denn man geht gerne mit Kollegen oder Kunden auf die Wiesn oder das Frühlingsfest. Mein Praktikumsbetreuer nutzte übrigens eben die Wiesn (besser bekannt als das Oktoberfest) als Gelegenheit, um mir anzubieten in der Abteilung für Übersetzungen in dem Unternehmen weiterzuarbeiten. Da sind wir nun aber ganz weit entfernt von den strengen beruflichen Hierarchien in Frankreich…

Als MEGEN in Deutschland, das ist MEGENial

 

Abgesehen von den beruflichen Beziehungen, die mit weniger Hierarchie auskommen, ist die bayerische Arbeitswelt leistungsstark und die Arbeitslosenquote liegt jedes Jahr bei ungefähr 3,5%, im Vergleich zu aktuell mehr als 10% in Frankreich. Natürlich sind die Arbeitsmöglichkeiten nicht zahlreich, aber sie existieren und das ist das Wesentliche. Für uns, die MEGEN Masterstudenten, sind die Chancen nochmal höher, da Französischkenntnisse, kombiniert mit weiteren Sprachkompetenzen, in München sehr gefragt sind. Zunächst, weil dort viele französische Unternehmen angesiedelt sind. Aber auch, weil es dort eine beachtliche französische Gemeinschaft gibt (Die Nachfrage besteht also.) und die Sprache Molières hochgeschätzt wird.

Eine Anekdote des vergangenen Sommers veranschaulicht diese Tatsache: Der Verantwortliche des Marketings bei BMW betonte wie wichtig es sein kann französische Angestellte in seinem Unternehmen zu haben, denn sie „denken und drücken sich anders aus, was oft zu anderen Ideen führt. Ideen, die den deutschen Angestellten niemals in den Sinn kommen würden“. Der Erfolg von Airbus und die ursprüngliche deutsch-französische Zusammenarbeit sind ein perfektes Beispiel dafür.

Natürlich hat Bayern noch viel mehr zu bieten, doch um mehr darüber zu erfahren, müssen Sie sich bis zum nächsten Artikel dieser Rubrik gedulden.

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